Am 3.10.2015 jährte sich zum 25. Mal der Tag der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Der Tag der Deutschen Einheit ist auch seit vielen Jahren schon der traditionelle Tag des jährlichen Ausfluges der Bickenbacher CDU. Grund genug für uns als Ziel die Überreste der menschenverachtenden Trennungslinie, den früheren Todesstreifen am Observationsposten „Point Alpha“, als diesjähriges Ziel zu wählen. Dies war bis 1989 der wichtigste Beobachtungsstützpunkt US-Army in Europa...

Pünktlich zur verabredeten Zeit starteten Mitglieder und Freunde der CDU-Bickenbach Richtung Gedenkstätte um die Örtlichkeiten in der hügeligen Landschaft zu erkunden. Am Ziel angekommen hatte man noch Zeit, bis unsere angemeldete Führung begann, den „Weg der Hoffnung“ auf dem ehemaligen Kolonnenweg mit den 14 monumentalen Skulpturen des Künstlers Ulrich Barnickel abzuwandern. Ausstellungen, die im Original erhaltenen Grenzanlagen und Rekonstruktionen der Grenze in der Vergangenheit sowie das Gelände des US-Camps machen hier die Geschichte sichtbar, erlebbar und auch begreifbar.
Im Museum „Haus der Grenze“, wo unsere fachkundige Führung begann, ist die Teilung mit Händen zu greifen. Sichtlich ergriffen war man an der historischen Karte und unser Führer erläuterte, dass die konkreten Einmarschpläne der Warschauer-Pakt-Truppen mit den roten Punkten markiert sind. Das sogenannte Fulda-Gap am Point Alpha war der westlichste Punkt des Warschauer Paktes. Von hier sollten deren Truppen blitzschnell bis zum Rhein-Main-Gebiet Vorstoßen. Hier wäre mit großer Wahrscheinlichkeit der Dritte Weltkrieg ausgebrochen. Die Pläne hierfür seien fertig gewesen. In einer Vitrine sind sogar schon die von der DDR vorproduzierten Blücher-Orden für die Invasoren zu sehen. Nach Verlassen des Museums, in Richtung des US-amerikanischen Beobachtungspostens, führte der Weg an den Grenzanlagen vorbei – von den ersten Straßensperren und einfachen Drahtzäunen bis zum verminten, mehrfach durch Stacheldraht mit den Selbstschussanlagen ausgestatteten, Todesstreifen. In diesem Streifen befanden sich noch Hunde an einem Laufdraht und er wurde von den Grenzsoldaten von ihren Beobachtungstürmen überwacht. Eine weitere Ausstellung befand sich in den Baracken der US-Soldaten. Hier erfährt man einen tiefen Einblick in die bedrohliche Lage, die hier herrschte, als unser Land noch geteilt war. Vom Wachturm, auf den wir auch gestiegen sind, beobachteten die Soldaten die Grenze. Hier standen sich NATO und der Warschauer Pakt Aug‘ in Aug‘ gegenüber. Vom Besuch am Point Alpha waren alle Teilnehmer sehr berührt und nicht wenige äußerten, sie nehmen viel für sich mit.
Auf dem Rückweg wurde noch ein Abstecher nach Bad Kissingen gemacht. Einige nutzten die Gelegenheit die wunderschönen Parkanlagen bei einem Spaziergang auf sich wirken zu lassen. Andere ließen es sich auf den Terrassen der Cafés bei einer Tasse Kaffee mit Torte gut gehen. Zuhause in Bickenbach angekommen, traf man sich noch im Restaurant „Il Centro“ und ließ in gemütlicher Runde einen sehr erlebnisreichen Tag ausklingen.
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